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20/11/2025

Saxenda (Liraglutid) bei der Behandlung von Adipositas

Saxenda enthält den Wirkstoff Liraglutid und wird täglich als Injektion angewendet. Es ahmt die Wirkung des körpereigenen Sättigungshormons GLP-1 nach und kann so Hunger reduzieren und das Sättigungsgefühl steigern. Eingesetzt wird es bei Übergewicht und Adipositas – immer in Kombination mit einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Die Dosis wird schrittweise erhöht, damit dein Körper sich gut darauf einstellen kann.

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Was ist Saxenda und wie wirkt Saxenda im Körper?

Saxenda ist ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Gewichtsreduktion mit dem Wirkstoff Liraglutid, das als GLP-1-Rezeptoragonist das körpereigene Sättigungshormon nachahmt, Appetit reduziert und das Sättigungsgefühl steigert.

Saxenda enthält den Wirkstoff Liraglutid, der zur Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten gehört. Das Medikament ahmt die Wirkung des körpereigenen Darmhormons GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1) nach, das Appetit und Sättigungsgefühl reguliert.

GLP-1 wird nach dem Essen natürlicherweise im Dünndarm ausgeschüttet und signalisiert dem Gehirn, dass der Körper Energie aufgenommen hat. Das natürliche Hormon hat allerdings eine kurze Halbwertszeit und wird schnell abgebaut. Liraglutid ist ein synthetisches Analogon, das so verändert wurde, dass es länger im Körper wirkt – was eine über den ganzen Tag anhaltende Wirkung bei einmal täglicher Anwendung ermöglicht.

Liraglutid wirkt unter anderem im Gehirn, indem es GLP-1-Rezeptoren im Hypothalamus aktiviert. Das kann zu weniger Hunger und einem stärkeren Sättigungsgefühl führen und so die Kalorienaufnahme insgesamt senken.

Wer kann Saxenda bei Übergewicht verschrieben bekommen?

Adipositas-Medikamente wie Saxenda können bei Erwachsenen mit einem Body-Mass-Index (BMI) ≥ 30 oder bei einem BMI ≥ 27 in Verbindung mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung in Betracht gezogen werden – z. B. Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder obstruktive Schlafapnoe.

Saxenda ist für Erwachsene zugelassen und kann nach individueller ärztlicher Beurteilung auch zur Gewichtskontrolle bei Jugendlichen ab 12 Jahren eingesetzt werden.

Die medikamentöse Behandlung soll Adipositas als chronische Erkrankung behandeln und das Risiko von Folgeerkrankungen senken. Sie wird als Ergänzung zu Lebensstiländerungen eingesetzt.

Vor der Verschreibung steht immer eine individuelle ärztliche Beurteilung. Der Arzt berücksichtigt dabei deine Krankengeschichte, frühere Abnehmversuche und relevante Laborwerte, um zu entscheiden, ob die Behandlung für dich geeignet ist.

So wird Liraglutid zum Abnehmen angewendet – Lösung in einem vorgefüllten Injektionspen

Saxenda wird einmal täglich als Injektion unter die Haut (subkutan) mit einem vorgefüllten Injektionspen verabreicht, sodass du es nach einer Einweisung durch Fachpersonal selbst zu Hause anwenden kannst. Das Abnehmen mit der Spritze ist damit eine niedrigschwellige Therapieoption, die du in den Alltag integrieren kannst.

Das Medikament wird ins Unterhautfettgewebe gespritzt und darf nicht in einen Muskel oder in ein Blutgefäß injiziert werden. Empfohlene Injektionsstellen sind der Bauch (mit Abstand zum Bauchnabel), die Oberschenkelvorderseite oder die Rückseite des Oberarms. Wichtig ist, die Injektionsstelle regelmäßig zu wechseln, um lokale Hautreizungen zu vermeiden.

Die Injektion kann unabhängig von den Mahlzeiten und zu jeder Tageszeit gegeben werden, sollte aber täglich ungefähr zur gleichen Zeit erfolgen, um eine gleichmäßige Wirkung sicherzustellen.

Du erhältst eine Einweisung durch deinen Arzt oder deine Pflegekraft zur Handhabung des Pens und zur Einstellung der Dosis.

Andere Medikamente derselben Behandlungsgruppe, wie Semaglutid (Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro), werden üblicherweise nur einmal wöchentlich angewendet – im Unterschied zur täglichen Dosierung von Liraglutid.

Saxenda-Dosierung beim Abnehmen und Dosissteigerung

Die Behandlung mit Saxenda beginnt mit einer niedrigen Startdosis, die über mehrere Wochen schrittweise erhöht wird, damit sich der Magen-Darm-Trakt an das Medikament gewöhnen kann. Die Startdosis beträgt in der Regel 0,6 mg pro Tag für mindestens eine Woche; danach wird die Dosis in Schritten von 0,6 mg mit mindestens einer Woche Abstand auf bis zu 3,0 mg pro Tag gesteigert.

Die schrittweise Erhöhung baut die Verträglichkeit langsam auf. Während der gesamten Dosissteigerungsphase beobachtet das medizinische Fachpersonal deine Beschwerden und passt die Dosis bei Bedarf an.

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren gilt ein ähnliches Dosissteigerungsschema mit einer maximalen empfohlenen Dosis von 3,0 mg pro Tag.

Was du von der Behandlung mit Saxenda erwarten kannst – Saxenda-Erfahrungen aus klinischen Studien

In klinischen Studien zeigte die Behandlung mit Liraglutid bei Kombination mit Lebensstiländerungen wie Ernährungsumstellung und körperlicher Aktivität eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von etwa 4–6 % des Körpergewichts nach einem Jahr.

Bereits eine moderate Gewichtsabnahme kann klinisch relevante Gesundheitseffekte haben. Eine Reduktion von etwa 5–10 % kann zu einer verbesserten Blutzuckerkontrolle, einem niedrigeren Blutdruck und positiven Auswirkungen auf die Blutfette beitragen – und damit das kardiometabolische Risiko insgesamt senken.

Das Behandlungsergebnis ist individuell verschieden, und manche Patienten erreichen eine größere Gewichtsabnahme als der Durchschnitt. Für bestmögliche Ergebnisse empfiehlt es sich, die Behandlung mit langfristigen Veränderungen der Ess- und Bewegungsgewohnheiten zu kombinieren.

Häufige Saxenda-Nebenwirkungen und wie du sie linderst

Die häufigsten Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Saxenda sind Übelkeit, Durchfall, Verstopfung und Kopfschmerzen. Sie treten meist zu Beginn der Behandlung oder bei einer Dosiserhöhung auf und sind in der Regel leicht bis mittelschwer ausgeprägt. Die Beschwerden lassen mit der Zeit nach, wenn sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat.

Liraglutid beeinflusst den Magen-Darm-Trakt, indem es unter anderem die Magenentleerung verlangsamt. Das kann zu Übelkeit und frühem Sättigungsgefühl führen. Größere Mahlzeiten können die Beschwerden in manchen Fällen verstärken.

Schwerwiegende Nebenwirkungen sind selten, können aber vorkommen. Dazu gehören eine Bauchspeicheldrüsenentzündung sowie seltene allergische Reaktionen. Eine Unterzuckerung kann vor allem bei Menschen mit Diabetes auftreten, die gleichzeitig andere blutzuckersenkende Medikamente einnehmen.

Um das Risiko von Beschwerden zu senken, können folgende Maßnahmen helfen:

  • Iss kleinere Portionen und beende die Mahlzeit bei den ersten Sättigungssignalen
  • Vermeide sehr fette oder schwer verdauliche Speisen, wenn du unter Übelkeit leidest
  • Trink ausreichend, um Verstopfung entgegenzuwirken

Bei anhaltenden oder starken Nebenwirkungen solltest du ärztlichen Rat einholen, um die Situation einschätzen und die Dosis gegebenenfalls anpassen zu lassen. Bei schwerwiegenden Nebenwirkungen oder Verdacht auf eine Überdosierung wende dich sofort an eine medizinische Einrichtung.

Deshalb sind Krafttraining und Protein so wichtig

Um während der Gewichtsabnahme eine gesunde Körperzusammensetzung zu fördern, ist es wichtig, die Behandlung mit einer ausreichenden Proteinzufuhr und regelmäßigem Krafttraining zu kombinieren. Das Ziel ist, so viel Muskelmasse wie möglich zu erhalten, während die Fettmasse abnimmt.

Die medikamentöse Behandlung kann dazu beitragen, die Kalorienaufnahme zu senken. Bei einem Kaloriendefizit greift der Körper sowohl auf Fett- als auch auf Muskelgewebe als Energiequelle zurück. Ohne ausreichende Proteinzufuhr und muskelstimulierendes Training kann ein Teil der Gewichtsabnahme also auf Kosten der Muskelmasse gehen.

Da Muskelmasse zum Energieverbrauch des Körpers beiträgt, senkt ein Muskelverlust den Grundumsatz. Das bedeutet, dein Körper verbrennt in Ruhe weniger Kalorien – was es langfristig schwieriger macht, das neue Gewicht zu halten. Krafttraining gibt dem Körper das Signal, die Muskulatur zu erhalten, während Protein die Bausteine liefert, die zur Erhaltung und Reparatur von Muskelgewebe benötigt werden.

Häufige Fragen zu Saxenda

Saxenda oder Wegovy – was ist der Unterschied zu Ozempic?

Saxenda (Liraglutid) und Ozempic/Wegovy (Semaglutid) sind beide GLP-1-Rezeptoragonisten desselben Pharmaunternehmens (Novo Nordisk A/S), enthalten jedoch unterschiedliche Wirkstoffe und haben verschiedene zugelassene Anwendungsgebiete.

Saxenda ist zur Behandlung von Adipositas und Übergewicht zugelassen und wird täglich injiziert. Ozempic ist in erster Linie zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen, während Wegovy denselben Wirkstoff (Semaglutid) enthält, jedoch in einer höheren Dosierung, die speziell zur Behandlung von Adipositas zugelassen ist. Semaglutid wird einmal wöchentlich injiziert.

Die unterschiedlichen Wirkstoffe und Dosierungen bedeuten auch, dass die Medikamente verschiedene Wirkprofile haben. In klinischen Studien zeigte Semaglutid eine größere durchschnittliche Gewichtsabnahme als Liraglutid bei der Behandlung von Adipositas.

In der direkt vergleichenden STEP-8-Studie, an der Menschen mit Adipositas ohne Diabetes teilnahmen, wurde nach 68 Wochen Behandlung eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von etwa 15,8 % mit Semaglutid (2,4 mg/Woche) gegenüber 6,4 % mit Liraglutid (3,0 mg/Tag) erreicht. Die Behandlung mit Semaglutid war außerdem mit einer stärkeren Reduktion der Kalorienaufnahme verbunden, und weniger Patienten brachen die Behandlung ab.

Muss ich die Spritze exakt zur gleichen Zeit täglich setzen?

Es wird empfohlen, das Medikament täglich ungefähr zur gleichen Zeit anzuwenden, da dies zu einer gleichmäßigen Wirkung beitragen und das Erinnern an die Dosis erleichtern kann.

Funktioniert Saxenda auch ohne Training und Ernährungsumstellung?

Saxenda kann durch Beeinflussung von Appetit und Sättigung zur Gewichtsabnahme beitragen, wird jedoch als Ergänzung zu Lebensstiländerungen wie Ernährungsumstellung und körperlicher Aktivität eingesetzt.

Für die besten und nachhaltigsten Ergebnisse empfiehlt es sich, die Behandlung mit veränderten Ernährungsgewohnheiten und mehr Bewegung zu kombinieren. Ohne solche Maßnahmen fällt der Effekt in der Regel begrenzter aus.

Nehme ich wieder zu, wenn ich Saxenda absetze?

Wenn die Behandlung mit Saxenda beendet wird, lässt die Wirkung auf Appetit und Sättigung nach, was zu gesteigertem Hunger führen kann. Das Risiko einer Gewichtszunahme steigt dadurch – vor allem, wenn keine langfristigen Lebensstiländerungen etabliert wurden.

Adipositas ist eine chronische Erkrankung, und viele Menschen brauchen eine langfristige Behandlungsstrategie, um ihre Gewichtsabnahme zu halten. Das kann eine fortgesetzte medikamentöse Behandlung, manchmal in niedrigerer Dosierung, in Kombination mit nachhaltigen Lebensgewohnheiten bedeuten.

Ein mögliches Ausschleichen oder Absetzen der Behandlung sollte immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Wie lange dauert es, bis die Nebenwirkungen verschwinden?

Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit treten am häufigsten zu Beginn der Behandlung und bei Dosiserhöhungen auf.

Bei den meisten Menschen nehmen die Beschwerden innerhalb weniger Wochen schrittweise ab, während sich der Körper an das Medikament gewöhnt. Wie schnell die Beschwerden abklingen, kann jedoch von Mensch zu Mensch verschieden sein.

Quellen

European Medicines Agency (EMA). Saxenda. https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/saxenda

Mehta, A., Marso, S.P. & Neeland, I.J. Liraglutide for weight management: a critical review of the evidence. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5358074/

World Health Organization (WHO). Obesity and overweight. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/obesity-and-overweight

Koskinas KC et al. Obesity and cardiovascular disease: an ESC clinical consensus statement. European Heart Journal. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39210706/

Rubino DM et al. Effect of Weekly Subcutaneous Semaglutide vs Daily Liraglutide on Body Weight in Adults With Overweight or Obesity Without Diabetes: The STEP 8 Randomized Clinical Trial. Journal of the American Medical Association. DOI: 10.1001/jama.2021.23619

Artikel geprüft von: 
November 19, 2025
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Häufige Nebenwirkungen von GLP-1-Medikamenten und deren Behandlung

Bei GLP-1-Medikamenten sind Nebenwirkungen nicht unüblich, insbesondere zu Beginn der Behandlung oder bei einer Dosiserhöhung. Bei den meisten Menschen sind diese Nebenwirkungen leicht bis mittelschwer ausgeprägt und betreffen in der Regel den Magen-Darm-Trakt. Sie klingen erfahrungsgemäß ab, sobald sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat. Mit den richtigen Empfehlungen zu Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und Dosierung lassen sich die Beschwerden oft lindern, sodass die Behandlung ohne Bedenken fortgesetzt werden kann. Im Folgenden werden wir die häufigsten Nebenwirkungen erläutern und praktische Tipps zu deren Linderung geben.